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Brieffreundschaft - Eine Hommage

In der Zeit des Corona Virus, in der die persönlichen Kontakte und Treffen stark eingeschränkt sind, werden Freundschaften besonders wertvoll, die sich über weite Distanzen wie Telefon, Videotelefonat wie Skype, WhatsApp oder e-mail erhalten können. Insbesondere sind lang gewachsene Brieffreundschaften, deren Botschaften mit einem realen sinnlich erfahrbaren Gegenstand, einem Brief nämlich, ins Haus flattern, von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Kolophon: Kolophon: 2 Künstlerbücher, Leporello, größere und kleinere Seiten eingebunden, mit Acryl farbig gestaltetem festen Kartoneinband, Bindung mit Bändchen, Collage, 23 x 18,5 cm, geöffnet ca. 91 cm, in authentischem Umschlag, Frankfurt 2021, handsigniert

Brieffreundschaften waren immer schon ein wunderbares Mittel zum Austausch von privater persönlicher Information, von Gedanken, die mit einem Freund, einer Freundin geteilt, diskutiert, besprochen, gewertet wurden. Hier konnte der Schreiber /die Schreiberin auch von Ideen, Plänen, Träumen erzählen, die zuerst nur im intimen Zweiergespräch geoffenbart werden können. Auch Freude und Begeisterung möchten geteilt werden, aber auch Sorgen und Nöten finden hier im Vertrauen Erleichterung.
Kurzum, eine Brieffreundschaft hat einen ganz spezifischen Stellenwert, da schriftlich mitgeteilt, diese vertraulichen Informationen im Gegensatz zu mündlichen Mitteilungen nicht sofort verfliegen, sondern sich erhalten. Sie stellen eine verschriftlichte Form des Gesprächs dar.
Die in Briefform festgehaltenen Gedanken, Wünsche, Fragen, Hoffnungen, auch Anweisungen haben manchmal sogar Jahrhunderte überdauert und geben den Forschern authentische Auskünfte zu den verschiedensten wissenschaftlichen Fragen. Oftmals wurden sie in späterer Zeit veröffentlicht, auch wenn das weder im Sinn des Absenders noch des Empfängers gewesen ist. Denn Briefe wurden von den Empfängern wegen ihres besonderen Status der direkten Kommunikation und ihres vertraulichen Inhalts wegen gesammelt, mit Bändchen gebündelt, und sorgfältig aufbewahrt, und somit den neugierigen Blicken entzogen. Manchmal erweist sich dies als Glücksfall, um vergangene Geschehnisse wieder lebendig vor die Augen treten zu lassen.
Im vorliegenden Künstlerbuch „Brieffreundschaft“ wurden die Briefe und Karten von einer Künstlerkollegin auch und besonders durch ihre malerisch gestalteten Umschläge aufbewahrt und dienen nun in Collagen dazu, die Freude daran festzuhalten. Denn das Eintreffen der Briefe riefen immer Vorfreude auf ihren Inhalt hervor. Sie waren ein positiv besetztes Ereignis, wie sie, da bunt und fröhlich auf Vorder- wie Rückseite gestaltet, sich dem Empfänger darboten. In einem Sammelzeitraum von über 2o Jahren zeigt sich ein nahezu festgefügtes Bildprogramm von leuchtenden Blumen, oft zu Sträußen gebunden, dahingewehten Blättern, Spiralen in allen Farben und ausgestreuten Sternchen. Mehrfarbige Wellen und Zickzackmuster umrahmen die Adresse. Zitate von Sprüchen bekannter Autoren und Lebensweisheiten aus diversen Epochen und kulturellem Hintergrund umranden sie. Zumeist dienen Stifte wie Ölkreide zur flotten Darstellung ohne Einzelheiten, es geht um den Farbeindruck, insbesondere wenn sich die Farbstriche auch dicht an dicht über den Briefumschlag ausbreiten.
Mögen, liebe Bali, Deine fröhlichen Briefe mit den bunten heiter stimmenden Malereien noch viele Jahre zu mir ins Haus flattern.



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