Sie sind hier: Werke / 2013 / Farn und Feder

Farn und Feder

Was wissen wir von den lang vergangenen Urzeiten, als der Mensch noch nicht die Erde betreten hatte? Farne und Vögel sind die Zeitzeugen jener fernen Zeit vor Jahrmillionen.

Kolophon: Künstlerbuch, Unikat, 17,3 x 18 cm, 16 Blätter, abwechselnd schwarzes und weißes festes Papier, Handschrift, schwarze Tinte, 22 Materialdrucke Schwarz auf Weiß, Einband Buchbinderleinen, Frankfurt 2013, handsigniert. Die Gedichte "Der Farn" und "Nur eine Feder" hat freundlicherweise Ingo Baumgartner zur Verfügung gestellt

Prolog
Ich möchte gerne
Schwingen haben
zum Fliegen und
zum Schreiben,
leichtfüßig über
Papier und Farn
hinüber gleiten,
Tau und Seil
jedoch vermeiden.
FF

Nur eine Feder
Ein Fähnchen weißer Seidenhaare,
dem Schwanenhalse abgezweigt,
schwebt fort, der Wind trägt leichte Ware,
die schaukelnd hoch und höher steigt.

Die Daune taumelt, dreht sich, fächelt
im Spiel der Luft - ein Elfentanz.
Ich täusch mich nicht, die Feder lächelt,
sie zeigt mir neuen Firlefanz.

An grünen Zweigen bleibt sie hängen,
winkt zitternd mit dem Espenblatt.
Was soll mich heute noch bedrängen?
mein Auge trank sich restlos satt.


Der Farn
Der zarte Farn liebt kühlen Schatten,
Freut sich dennoch über Licht,
Das gauklerisch gespenstisch flimmernd
Durch die Fiederblätter bricht.

Er sah die frühesten Epochen,
Urweltechsen, Bärlappwiesen.
Die Wälder kannten keine Fichte,
Farne wuchsen an zu Riesen.

Die grünen Wedel fächeln heute
In der kleinsten Waldeslichte.
Bedenken ihre tragend große
Rolle in der Erdgeschichte.


Nachwort
Farn und Feder-vogel:
Beiden ist gemeinsam, dass sie schon zu Urzeiten lebten, wie ihre Fossilien belegen. Da waren wir Menschen noch lange nicht in Sicht.



QR code for this pageFriederun Friederichs - Buckunst - http://www.friederun.de