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Kleine Kunstbibliothek / Small Art Library

Meine "kleine Kunstbibliothek", ein kleines Bücherregal voller Miniaturbücher, ein hölzerner Bibliothekskasten, enthält eine verschlossene, kaum zugängliche Bildersammlung. Aus meinen Bildern entstanden die Miniaturbücher, genauer, aus Originalen gefaltete und mit Einband versehene Flatterbücher. Somit verbindet sich hier Buchkunst mit Bildkunst und wird zur Wandskulptur.

Kolophon: Bibliothekskasten, Holzregal, Frontabdeckung Plexiglas, 5 in Variation, work in progress, Miniatur-Flatterbücher, mixed media, ca 73 x 53 x 6,2 cm, Frankfurt 2012 -2013, handsigniert, Lesezeichen

Indem die Kunst, die Bilder, gesammelt, weg verstaut wird, entfernt, entrückt sie sich dem Betrachter.
Sie nobilitiert sich als "unter Verschluß", als etwas Kostbares, nicht Zugängliches und löst damit die Begierde des Besitzenwollens aus, zumindest wird die Neugierde gereizt, einen Blick auf Verborgenes werfen zu können.
Durch das Verschlossensein entsteht Distanz, Wert, die Kunst kann eine Verehrung, eine Aura wie eine Reliquie erfahren.

Die Abgeschlossenheit verhindert den Blick auf die einzelnen Buchobjekte, die Flatterbücher. Erst durch das Aufbrechen des geschlossenen Raums wird es möglich, die Identität des einzelnen Miniaturbuchs wieder herzustellen, das seine Bestimmung, nämlich angeschaut, angefasst, aufgeblättert zu werden, als Wandobjekt, als Kunstobjekt verloren hatte. Umgekehrt erfährt die in ein Flatterbuch verwandelte Kunst, das Bild, wieder seine ursprüngliche Beachtung , wenn das Flatterbuch geöffnet, die Seiten glatt gestrichen werden und sich wieder zu einem Ganzen, dem Bild, fügen.
Damit wird wieder Öffentlichkeit hergestellt, die Kunst liegt nicht mehr unter Verschluß, ist unmittelbar erfahrbar.



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