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Sparbuch "Sparschwein"

Der Nutzen eines Sparbuchs ist eindeutig. Es hält fest, wie viel Geld sein Eigentümer einer Bank oder Sparkasse anvertraut hat. Diese soll seinen Besitz mit Zinsen mehren. In Hinblick auf die aus den Fugen geratene Finanzwelt gilt das heute wohl nicht mehr.

Kolophon: Künstlerbuchobjekt in 3 Variationen, Frankfurt 2011, handsigniert „Sparschwein“: Buchbinderkarton, Acryl und Gouache, historische Münzen an der Außenseite, ca 18,2 x 12,1 x 5,4 cm, innen liegend Federn und historische Geldscheine „Vaters Sparbuch“: zwei ca 16,2 x 10,1 cm, eines gerollt, jeweils verändert, Sparbuch bemalt, mit Original-Einträgen von jeweils 1934 – 1945, 1944 bis 1946, und 1946, mit Tinte Geldbezeichnungen und Sprichworte eingeschrieben, eingeheftete Reichsmark Banknoten auf dem Umschlag wie innen „Auch Federn gelassen?“: Wörterbuch :Mit rotem Faden gebundenes Heft von zugeschnittenem Zeitungspapier, Börsenkursseiten der FAZ von 2009, leicht an den Rändern angesengt, mit roter und schwarzer Tinte handschriftliche jeweils unterschiedliche Begriffe mit Affinität zum Bank – und Geldwesen, Federn, ca 16,5 x 10,5 cm, unpaginiert Geldbeutel: Ledersäckchen mit deutschen Pfennigen gefüllt Lesezeichen: Authentischer alter Geldschein

Bücher können nicht nur einen ästhetischen Wert an sich schon darstellen, sondern sie archivieren, halten fest, ob Ideen oder Geschehnisse, auf jeden Fall dienen sie einem Nutzen. Der Nutzen eines Sparbuchs ist eindeutig. Es hält fest, wie viel Geld sein Eigentümer einer Bank oder Sparkasse anvertraut hat. Diese soll seinen Besitz mit Zinsen mehren.
Das Buchobjekt „Sparbuch Sparschwein“ zum Thema „Use a Book“ visualisiert das Bank – und Geldwesen anhand eines alten (historischen) Sparbuchs und anhand des Börsenkurses den Finanz- und Banken – Crash – des Jahres 2009.
Das Sparschwein in Form eines Kästchens nimmt als Symbol des Sparwillens des Einzelnen hier beide Welten auf. Der Sinn oder Nutzen des traditionellen Sparbuchs wird konterkariert durch das Einheften wertlos gewordener Geldscheine in Millionenhöhe des Deutschen Reichs. Handschriftlich mit Tinte wie noch die Originaleintragungen sind die ebenso vergänglichen Benennungen von Zahlungsmitteln nachgetragen. Die Vernichtung (das „Verbrennen“) von gewaltigen Vermögenswerten in der Bankenwelt der Global Player zeigt sich in Gestalt der in Zeitungen veröffentlichten Börsennotierungen. Geldentwertung vollzieht sich auf unterschiedliche Art. Das deutsche Sprichwort „Federn lassen“ (to loose feathers) bedeutet in diesem Zusammenhang Wertverluste hinnehmen zu müssen. Sei es das vermehrte Drucken von Geldscheinen, Inflation, eine Währungsreform oder Umstellung auf eine andere Währung wie zum Euro, immer scheint der Sparer der Dumme zu sein. Hinzu kommt eine Finanz -und Bankensprache, die hier als Wörterbuch erscheint, aber nicht jedem sich erschließt.



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