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Darwins (kleine) Welt : Insekten

Als Darwin die Evolutionstheorie formulierte, stützte er sich auf seine reiche Forschungserfahrung, die auch die Beschäftigung mit den Insekten und allerlei kleinem Getier mit einschloß, so, wie er auch sich intensiv mit Regenwürmern befaßte. Dieses Buch, "Darwins (kleine) Welt : Insekten", zeigt farbige Holzschnitte von Insekten und bietet darüber hinaus spezifische Information zu einzelnen Insekten.

Kolophon: 10 Unikatbücher in Variation, Holzschnitt, handsigniert, in Holzkassette ( 29,5 x 20 x 4 cm) Frankfurt 2009 Handabzug auf weißem Wenzhou China-Papier, verschiedene Farbkonstellationen, Textzwischenblätter mit Textzitaten aus Konversationslexika von 1865 und 1890 mit PC Druck „Also“, Begleittext und Liste der Insekten, Einband (ohne Bambusstab ca 24,2 x 18 cm),: verschiedenfarbiges Elefantenpapier, verschiedenfarbiges Maulbeerpapier als Vorsatzpapier, Bindung mit Bambusstab 5 Bücher mit 9 Holzschnitten in verschiedenen Farben und aufkaschiertem farbigen Holzschnitt auf dem Kassettendeckel 5 Bücher als Vorzugsausgabe mit 10 Holzschnitten in Mehrfarbdruck und eingelassenem Druckstock auf dem Kassettendeckel Individuelle Lesezeichen Begleittext: Faszinierende Insekten

Würde sich Darwin nicht verwundert die Augen reiben, wenn er heute sehen könnte, welche Möglichkeiten der Wissenschaft für die Erforschung der Entstehung und der fortwährenden Entwicklung der lebendigen Welt, von Pflanzen und Tieren inzwischen zur Verfügung stehen? Als Naturforscher hat er wichtige Beiträge zur Zoologie, Botanik und Geologie geleistet. Darwin war ein sorgfältiger und geduldiger Beobachter der Natur, der Tiere und der Pflanzen. Diese Eigenschaft gepaart mit den Beobachtungen bei der eigenen Pflanzen - und Tierzucht und den Ergebnissen seiner Forschungsreise in jungen Jahren veranlassten ihn, seine Evolutionstheorie zu entwickeln. Keine noch so kleine Einzelheit war ihm bedeutungslos, so schätzte er auch die kleinen Tiere, die Insekten wie Ameisen, Schmetterlinge und Bienen und sogar die Regenwürmer keineswegs gering, ja seine Forschungen an den über viele Jahre im Blumentopf gehaltenen Regenwürmern führten ihn zu einer Publikation über deren Wirken und Einfluss auf die Bildung der Ackererde. Das aktuelle Thema „ Evolution“ anlässlich des 200. Geburtstags von Charles Darwin und 150 Jahre nach der Veröffentlichung „On the origin of species by means of natural selection“ steht im Jahr 2009 bevorzugt auf der Agenda der Medien. So erfahren wir heute ausführlicher über neuere Ergebnisse in der Forschung, die der Frage nach Ursprung und Entwicklung der lebendigen Welt nachgeht und Steinchen für Steinchen zum großen Mosaik der Weltkunde hinzufügt.
Zunächst könnte man arglos vermuten, dass das Inventar an Tieren und Pflanzen auf unserer Erde längst bis ins Detail abgeschlossen ist. Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil, so scheint es, ist eine vollständige Bestandsaufnahme von Flora und Fauna noch in weiter Ferne, und spielt offensichtlich eine immer größere Rolle für das Verständnis des Lebendigen auf unserem Planeten. Das Ergebnis beeinflusst nicht nur unsere Kenntnis vom Zusammenspiel und gegenseitiger Abhängigkeit in der Natur, sondern führt weiter zum Bewusstwerden einer raschen offenbar unaufhaltsamen globalen Veränderung. Der starke Umwelteinfluss auf den Lebensraum der Pflanzen und Tiere und damit verbunden der direkte Einfluss auf das Weiterexistieren oder Verschwinden von bestimmten stark gefährdeten Tier - und Pflanzenarten mahnt die Forscher zur Eile. Auch möchte der Mensch die „Fundgrube“ Natur in pharmakologischer, medizinischer wie ernährungstechnischer Hinsicht möglichst nutzen. Dafür werden Forschungsgelder locker gemacht. Bei ihrer Forschungsarbeit werden die Forscher immer wieder überrascht, wie kürzlich auf Madagaskar. In einer Zeit, in der vom Aussterben von Pflanzen und Tieren häufig zu lesen ist, entdecken Biologen auf dieser viertgrößten Insel der Erde vor der ostafrikanischen Küste eine bedeutende Anzahl bisher unbekannter Tiere, deren Zuordnung aufgrund des Einzugs der Genanalyse in die Taxonomie bedeutende neue Erkenntnisse ermöglicht werden. Vielfach bisher auch durchaus falsch oder doppelt zugeordnete Tiere können mit Hilfe der neuen technischen Verfahren eine korrekte Klassifikation und Bestimmung erhalten.
Von all diesen Untersuchungsmöglichkeiten konnte Darwin natürlich noch nichts ahnen, die Genetik war noch lange nicht in Sicht. Aber er war aufgeschlossen genug, um neue Möglichkeiten der Technik für seine Untersuchungen einzusetzen, wie er die damals neu aufkommende Photographie als Mittel nutzte, um den Gesichtsausdruck an Kleinkindern festzuhalten. Gerade die Welt der Insekten – die Schätzungen reichen bis über 1 Million beschriebener und registrierter Arten – würde Darwin heutzutage noch intensiver erforschen können, denn noch längst sind wie gesagt nicht alle erfasst. Nicht nur in den Tropengebieten Afrikas, Asiens und Südamerikas, sondern auch im schon entomologisch gründlich durchforschten Europa werden noch jährlich viele neue Arten aufgespürt. Seit etwa 350 Millionen Jahren leben Insekten auf unserem Planeten und hatten somit Zeit, lange bevor der Mensch in Erscheinung trat, sich zu vielfältigsten Arten zu entwickeln. Ihre Fähigkeiten sind verblüffend, so vermögen manche Insekten zu bohren, kleben, schneiden, weben, bestatten, betäuben und lähmen. Andere erzeugen süßen Sirup und Bienen produzieren Honig, wie sie auch Wachs ausscheiden; Wespen stellen aus Holz eine Art Papier her als Baumaterial für ihre Nester, andere exkretieren starke Schelllackkrusten, kilometerlange feine Seidenfasern und sehr beständigen karminroter Farbstoff, um nur einiges zu nennen. Insbesondere erfreuen uns die Glühwürmchen, die als Leuchtkäfer Energie in Licht verwandeln. Sie schaffen dies, indem sie den Leuchtstoff Luciferin produzieren, welches sie mit einem Enzym zum Leuchten bringen. Dabei gelingt es ihnen, die Energie zu 95 % in Licht zu verwandeln, während eine herkömmliche Glühlampe 95 % an Energie verliert. Die flugunfähigen Weibchen locken damit die fliegenden Männchen an.
Trotz aller wunderbaren Eigenschaften und Fähigkeiten, werden Insekten nicht nur bewundert, auch wenn sie zu den wichtigen Blütenbestäubern gehören, denn sie sind auch sehr gefräßig. Den Menschen gelten sie dann als Schädlinge in der Forst – und Landwirtschaft. Dabei wird übersehen, dass die Insekten in großer Zahl nicht nur als räuberische Insekten andere „Schadinsekten“ wiederum vertilgen, sondern auch verwesende organische Stoffe von tierischer und pflanzlicher Herkunft beseitigen. So viel die Insektenkundler auch bisher beobachtet und erforscht haben, so wissen wir von der Lebensweise der artenreichsten Gruppe aller Lebewesen vermutlich nur ansatzweise. Bewunderung erregen viele Insektenarten durch ihre perfekt organisierte Gesellschaftsform, man denke nur an die Bienen, Ameisen und Termiten, die streng arbeitsteilig arbeiten. Auch hier gilt, nicht alle Fragen sind beantwortet. Sehen wir vom Nutzen und gelegentlichen Schaden einmal ab, erfreuen und faszinieren uns diese kleinen Tiere, deren Beobachtung auch dem Laien in seiner Umgebung möglich ist.
Insekten können mit ihrer Schönheit uns bezaubern. Wer hat nicht schon die vollendete Grazie und Leichtigkeit eines Schmetterlings, seine leuchtend bunten in der Sonne schillernden Flügel bewundert. Wer hat nicht schon auf der Wiese liegend den weiten Sprung der Schönschrecke bestaunt oder mit leichtem Grausen die Gottesanbeterin betrachtet, die nach der Begattung das kleinere Männchen verspeist. Wer hat nicht schon auf Feld - und Waldwegen den Marsch der Ameisen beobachtet, die schwarz glänzenden Panzer der Käfer inspiziert und das leuchtende Rot der Feuerwanzen am Rosenbusch nicht übersehen oder den Ohrwurm als Nützling im Garten begrüßt. Wer hat nicht auch schon mal - wenn auch widerwillig - die herrlich grün schillernde Färbung von Fliegen wahr genommen oder das Krabbeln und Zappeln von winzigen Lebewesen, Wasserspringern und Doppelschwänzen in einem stehenden Gewässer betrachtet. Wer hat nicht schon mal weniger erfreut nächtens beim Lichtanknipsen Silberfischchen in Feuchträumen entdeckt. Eine unbeschreibliche Fülle und Variation an Formen und Farben, Mustern und Farbkompositionen sind zu entdecken, die schöner nicht zu erfinden wären. Voller Faszination betrachten wir Abbildungen in Großaufnahme von oftmals für uns seltsam und bizarr erscheinenden unbekannten Insekten beispielsweise besonders auch aus Afrika, Südamerika und Asien und staunen über deren betörende Schönheit. Schillernde, leuchtende, ja giftige Farben, freche Musterung, glatte und pelzige Haut, starre gewölbte Panzer, filigrane zarte Maserung, Ausbuchtungen, Auswüchse in komplizierten Strukturen, deren Nutzen für das kleine Insekt sich für uns nicht sofort erschließt, bieten sich unserem aufmerksamen Blick dar.
Aber das ist nur, was das Auge auf den ersten Blick hin aufnimmt. Über alle höchst unterschiedlichen Ausformungen ihrer Gestalt, besitzen doch alle Insekten einen gemeinsamen Bauplan. Ihr Körper ist dreigeteilt in Kopf (Caput), Bruststück (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Am Kopf haben sie meist Facettenaugen oder Punktaugen, Fühler, Kiefer und Taster. Am Bruststück ansitzend verfügen sie über 3 Laufbeinpaare und meist 2 Flügelpaare. Aber auch diese Gemeinsamkeiten entfalten eine ungewöhnlich breite offenbar unerschöpfliche Varietät. Alle diese kleinen Geschöpfe verdienen unsere Aufmerksamkeit und daher auch dieses Büchlein.
Liste der Insekten in ihrer Abfolge

Mantis religiosa
Gottesanbeterin
Die Wärme liebende Gottesanbeterin von 40 bis 75 mm Länge findet sich in Mitteleuropa nur an wenigen Stellen wie beispielsweise am Kaiserstuhl und am Lago Maggiore, kommt in warmen Gebieten Asiens, Afrikas und Australiens vor und wurde auch nach Nordamerika eingeschleppt. Von August bis in den Herbst lauert sie auf Gras- und Busch bestandenen durchsonnten Hängen auf ihre Beute wie Fliegen, Wespen, Kurz - und Langfühlerschrecken, Bienen und andere Insekten.
Pyrrhocoris apterus
Feuerwanze
Die Feuerwanze mit 7 bis 12 mm Länge findet man am Ende des Winters am Fuß von Laubbäumen wie Linden, Rosskastanien und Akazien in Alleen und Parks. Sie ernährt sich von Pflanzensäften und toten Insekten, die sie aussaugt. Sie ist weit verbreitet.
Lasius fuliginosus
Glänzendschwarze Holzameise
Die Glänzendschwarze Holzameise bringt es auf 3 bis 5 mm und baut in hohlen Bäumen Nester, in denen sie Pilze züchtet. Sie kommt in ganz Europa, Indien und Nordamerika vor.
Forficula auricularia
Gemeiner Ohrwurm
Der Gemeine Ohrwurm von 14 bis 23 mm ist ein Nachttier, das sich gern unter Steinen und Holzstücken verbirgt. Das Weibchen reinigt die in eine unterirdischen Kammer gelegten Eier ständig, bleibt auch noch nach dem Schlüpfen der Larven in der Kammer, wo es dann stirbt. Die Larven fressen den toten Körper. Ohrwürmer leben von pflanzlicher, so auch Fallobst, und tierischer Nahrung wie Blattläuse. Er ist Kosmopolit.
Sminthurus viridis Calosoma sycophanta
Großer Puppenräuber
Der Große Puppenräuber ist mit 25 bis 35 mm ein Raubkäfer und guter Flieger, der auf Stämmen und in den Baumkronen von Laubwäldern Schmetterlingsraupen und andere Insekten jagt. Der Käfer lebt bis zu 3 Jahren und steht in Mitteleuropa unter Naturschutz.
Inachis io
Tagpfauenauge
Das Tagpfauenauge, 23 – 28 mm groß, überlebt nach der Überwinterung bis Mai, nachdem es schon in den ersten Frühlingstagen Blüten aufgesucht hat. Ab Juli fliegt die nächste Generation, die von Brennesselblättern lebt. Man findet den Schmetterling vom Tiefland bis ins Gebirge in Europa, in der gemäßigten Zone Asiens und bis nach Japan.
Hyloicus pinastri
Kiefernschwärmer Raupe
Die Raupe von Kieferschwärmern lebt von Kiefernadeln, auf denen das Schmetterlingsweibchen ihre Eier abgelegt hat.
Calliptamus italicus
Schönschrecke
Die Schönschrecke mit 14 bis 34 mm hält sich von Juli bis September, manchmal auch bis Oktober, auf trockenen Wiesen und
Brachflächen auf. Sie kommt hauptsächlich in Mittel – und Südeuropa, Klein - und Vorderasien und Nordafrika vor.
Campodea fragilis
Doppelschwanz
Der Doppelschwanz von 3,5 mm Länge ist blind und lebt in feuchten, humushaltigen Böden, unter Steinen, altem Holz und nicht selten in Ameisenhaufen. Am Hinterleib trägt er zwei Borsten, die kürzer sind als der Körper. Er ist Kosmopolit.
Luzernefloh
Der Luzernefloh mit 2 mm Länge ist grünlich oder gelblich gefärbt. Er lebt auf Wiesen, Feldern und Gärten und gilt als Kosmopolit.
Podura aquatica
Schwarzer Wasserspringer
Der Schwarze Wasserspringer erreicht eine Länge von 1,1 – bis 1,5 mm Länge und ist häufig zur Zeit der Schneeschmelze in großer Zahl auf der Oberfläche von Pfützen auf Waldwegen zu finden. Er lebt in Niederungen und bis zu 2500 m Höhe in Europa und Nordamerika.
Stratiomys chamaeleon
Chamäleonfliege
Die Chamäleonfliege
Von 14 – 15,5 mm Länge sitzt gern auf Dolden von Karotten und anderen Pflanzen auf feuchten Wiesen und Waldrändern. Sie lebt im Gebirge bis 2000 m.
Das Weibchen legt seine Eier auf die Battunterseite von Wasserpflanzen. Das Verbreitungsgebiet ist Mittel – und Südeuropa und zieht sich bis nach Sibirien.
Lepisma saccharina
Silberfischchen
Das nachtaktive Silberfischchen erreicht 7 bis 10 mm Länge und hält sich gern in Wohnungen, Lagerräumen und Bibliotheken auf, als Kosmopolit lebt es in Südeuropa auch im Freien.



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