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Schicksalsgöttinnen

Wer das Rad des Schicksals dreht, wer den Lebensfaden spinnt und ihn zu einem Geflecht des Schicksals webt, wer die Lebenszyklen bestimmt und dem niemand zu entrinnen vermag, der entzündet die Kraft der Fantasie, der wird von Dichtern besungen und von Künstlern gefeiert. Die zitierten Verse sind der Anthologie auf das Jahr 1782, "An die Parzen", von Friedrich von Schiller entnommen

Kolophon: 3 Unikatbücher in Variation, selbst geschöpftes Papier aus Baumwolle in weiß und rot mit eingeschöpften roten, weißen und goldenen Fäden, 10 Blätter, jeweils rückseitig signiert, ca 21 x 21 cm, Pergamentzwischenblätter mit Versen von Friedrich von Schiller und einem Nachwort, in rotem Umschlag aus ebenfalls selbst geschöpftem Papier mit eingeschöpften Goldfäden zusammengefaßt, Frankfurt 2005 Individuelle Lesezeichen aus selbst geschöpftem Papier und Papierguß

Die Frage nach ihrem Schicksal hat die Menschen schon immer beschäftigt. In den verschiedenen Kulturkreisen haben sie unterschiedliche Antworten dafür gefunden, was oder wer es bestimmen würde. In der griechischen Mythologie sind es drei Schicksalsgöttinnen, die Moiren oder griechisch Moírai, was so viel wie Schicksal, Los, Anteil (moíra) bedeutet, die das Leben, seine Dauer und sein Ende bestimmen. Die erste Göttin namens Klothó, die „Spinnerin“, spinnt für jeden den Lebensfaden und wird mit einer Spindel dargestellt. Die zweite Göttin, Láchesis, die „Losezuteilerin“, übernimmt diesen Faden und bemißt seine Länge. Sie wird mit einer Schriftrolle oder auch Waage charakterisiert. Die dritte Göttin schließlich, Átropos, die „Unabwendbare“, wird den Lebensfaden durchschneiden und zeigt sich demgemäß mit einer Schere.
Bei den Germanen heißen die Schicksalsgöttinnen Nornen, es sind drei Schwestern, die den Schicksalsfaden für jeden Menschen spinnen, schnüren und weben. Ihre Namen sind Urd, Verdandi und Skuld. Sie verkörpern Gewordenes, Seiendes und Werdendes. Sie wohnen an der Wurzel der Weltesche Yggdrasil, die sie mit Wasser aus ihrem Brunnen oder ihrer Quelle begießen und lebenskräftig halten.
Bei den Römern sind es die Parzen, die als Schicksalsgöttinnen das Geschick der Menschen bestimmen. Ursprünglich waren sie die Geburtsgöttinnen (von lat. Parcae, Gebärende); ihre Namen sind Nona, Decima und Parca.

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